WeLive – Filme aus dem Schlachthof werden für Förderung der Rock&Pop-Musik ausgezeichnet

“Ich denke, unser Konzept ist aufgegangen”, bilanziert Produzent und Regisseur Pirmin Styrnol und gibt das Lob direkt an die Künstler weiter: “Das liegt natürlich zu einem ganz großen Teil an der hohen Qualität der Musiker hier.” Tatsächlich bestach das WeLive Festival durch einen Mix aus großartiger Musik und hochprofessioneller Kameraarbeit. Das Filmteam des punchline studios, das normalerweise Bands wie Deep Purple oder Uriah Heep vor den Kameras hat, setzte die Künstler aus Lahr und Umgebung rockstarmäßig in Szene: Zehn Kameras pro Auftritt, dazu eine 14-tägige Postproduktion mit Schnitt, Mixing & Mastering und Colorgrading – ein Produktionsniveau, das weit über die geläufigen Live-Streams hinausging. “In den großen Medienstädten suchte man das zu dem Zeitpunkt vergeblich”, so Nicolai Hoch, der es mit seiner Rockband Von Welt einen Monat nach dem WeLive-Auftritt in die deutschen Albumcharts schaffte: “Was punchline studio und Rockwerkstatt da auf die Beine gestellt haben, sucht seines gleichen.”
Langfristige Unterstützung für die Regio-Kultur
Das Ziel der Macher war von Beginn an formuliert: Die Filme sollten sich auch nach der Corona-Pandemie für die Künstler auszahlen. “Unsere Hoffnung ist, dass ‘unsere’ Künstler die Filme nach der Krise als Startrampe verwenden können. Zum Beispiel auf der Suche nach Gigs und Bookings”, so Styrnol. Sowohl Alters- als auch Genregrenzen gab es nicht beim WeLive Musikfestival, “für uns zählte nur die künstlerische Qualität.” So traten Musiker unterschiedlichster Stile auf der Bühne im Schlachthof auf. “Es war schon ein Privileg, in solchen Zeiten überhaupt zusammen auf der Bühne zu stehen”, so Singer-Songwriter Dominik Büchele über seinen Auftritt, der ihn wegen der vielen Kameras an “alte DSDS-Zeiten” erinnert hatte und auch Rapper Jens Gläsker von Qult erinnert sich zurück an das Konzert: “Wir waren völlig ausgehungert und sind dementsprechend ausgerastet.”
WeLive-Team plant weitere Filme
Dass das WeLive Musikfestival jetzt beim Rock&Pop-Preis ausgezeichnet wird kommt für die Macher der Reihe zu einem perfekten Zeitpunkt. Aufgrund der neuerlichen Corona-Beschränkungen plant das Team nämlich eine Weiterführung des Projektes. Regisseur Maik Styrnol, der auch für Schnitt und Ton der Filme verantwortlich ist, will damit vor allem der drohenden Lethargie im Veranstaltungssektor entgegentreten: “Im Moment sind alle Künstler und Veranstalter wie gelähmt. Das Berufsverbot tut natürlich weh. Deshalb wollen wir umso mehr weitermachen und hoffen, mit weiteren Sponsoren und Partnern eine Finanzierung angehen zu können”, so der jüngere der Styrnol-Brüder. Tatsächlich sind die Planungen der Rockwerkstatt schon recht weit fortgeschritten. Auch Dank des Engagements des Lahrer Bürgermeisters Guido Schöneboom und der neuen Kulturamtsleiterin Cornelia Lanz ist eine Fortsetzung mittlerweile in greifbarer Nähe. Zudem soll das Konzept ausgeweitet werden: “Im Moment sprechen wir mit zwei weiteren großen Kreisstädten in der Ortenau über Kooperationsmöglichkeiten”, verrät Pirmin Styrnol. Wann weitere Produktionen mit regionalen Ausnahmekönnern starten werden, steht noch nicht fest. In einem sind sich Rockwerkstatt und punchline studio aber sicher: “Wir wollen weitermachen.”
www.welive-festival.com
www.film-und-ton.de


